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Markdown mit Pandoc
Ich schreibe längere Texte nur noch in Markdown, einer sehr einfachen Auszeichnungssprache. Diese konvertiere ich dann mit pandoc je nach Bedarf in verschiedene Formate. Hauptsächlich PDF (Self-Publishing) und HTML, gelegentlich auch epub. Aber Moment mal… warum so umständlich? Das geht doch einfacher mit Word, Libre-Office und vielen anderen Schreibprogrammen. Wo ist jetzt der Vorteil des Markdown-Pandoc-Gespanns? Für mich sind das:
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- Ablenkungsfreies schreiben!
- Kennt ihr das? Mal einen anderen Font ausprobieren? Ob die Unterüberschrift nicht besser aussieht, wenn sie zwei Pixel kleiner ist? Sähe nicht ein breiterer Rand eleganter aus? Und plötzlich fällt einem auf, das man schon wieder! eine halbe Stunde am Layout herum gespielt hat, statt endlich an dem verdammten Text weiter zu schreiben! Ich bin eh schon ein Meister der Prokrastination, da brauche ich nicht noch eine Oberfläche, die mich mit ihren vielen Möglichkeiten zum spielen animiert. Eigentlich will ich den Text nur ein Mal layouten; und zwar nachdem er fertig geschrieben ist. Selbst die üppigsten Markdowneditoren sind dagegen absolut spartanisch. Seit ich in einfachen Editoren Markdown schreibe ist meine Schreiberei deutlich effizienter geworden.
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- PDF mit LaTeX erzeugen!
- Ich möchte meine PDFs mit einem professionellen Satzprogramm setzen und nicht mit einem Büro-Schreibprogramm. Die hochwertige Typographie von LaTeX ist noch immer unübertroffen! Allerdings ist mir LaTeX selbst zu sperrig, mit dem Markdown-Pandoc-Gespann dagegen ist das alles ein Klacks.
Beim »Koffler« gibt es übrigens ein ausgezeichnetes und dazu noch kostenloses PDF, welches die Zusammenarbeit mit Markdown und Pandoc ausführlich beschreibt.
Markdown
Markdown ist eine »vereinfachte Auszeichungssprache« die an Plaintext/Email Auszeichungselementen angelehnt und daher in großen Teilen schon als Quelltext gut lesbar ist. Im Gegensatz beispielsweise zu HTML/epub oder LaTex! Markdown ist schnell erlernt und kann mit jedem Text-Editor bearbeitet werden.
Markdown bietet verschiedene Überschriftengrößen, Hyperlinks, Einfügen von Bildern, geordnete und ungeordnete Listen, Zitate, Code-Blöcke und mit Multimarkdown sogar Fußnoten und Tabellen (die meisten Markdown-Editoren und Static-Website-Generatoren unterstützen Multimarkdown). Kurz: Markdown hat alles was ich brauche um mich auf den Text zu konzentrieren – und nicht auf die Formatierung!
Merkmale:
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- Einfach zu lernen
- Wer früher viel Email geschrieben hat, hat schon die Hälfte der Syntax drauf.
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- Als Quelltext gut zu lesen
- Es werden keine speziellen Tags wie in HTML oder LaTeX zur Formatierung verwendet. Es liest sich in großen Teilen ähnlich wie eine Email.
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- Weniger Overhead
- Da praktisch keine aufwendigen Tags verwendet werden, sind die Markdown-Dateien kleiner als HTML-, LaTeX- oder Word-Dateien. Und bei sehr langen Texten auch deutlich schneller geladen!
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- Archivierbarkeit
- Eine Markdown-Datei besteht aus reinem Text und kann mit jedem Texteditor gelesen und bearbeitet werden. Solange die Menschheit Computer nutzt, wird sie eine Textdatei lesen können.
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- Eingeschränkte aber ausreichende Gestaltungsmöglichkeiten
- Das ist für mich kein Bug, sondern ein Feature! Das zwingt mich zu einem besser strukturierten Text.
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- Ablenkungsfreies schreiben
- Wie oft habe ich mich dabei erwischt, wie ich in einem Schreibprogramm am Layout herum gespielt habe, statt meine Aufgabe zu erfüllen und den Text weiter zu schreiben.
Pandoc
Pandoc ist die Speerspitze der Dokumentenkonverter. Ich nutze dieses mächtige Tool hauptsächlich um (Multi)Markdowntext in TEX/PDF, HTML5, EPUB oder Vortragsfolien umwandeln. Darüber hinaus kann Markdown auch in andere Auszeichnungssprachen, odt, docx, verschiedene Präsentations- und viele andere – teils recht exotische – Formate konvertiert werden.
Merkmale:
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- Ein Quelltext, fast beliebige Ausgabe
- Auch als .odf, .docx oder .tex… so das man seinen Text hinterher noch zusätzlich pimpen kann, sollte man das nötig finden.
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- PDF wird mit LaTeX erzeugt
- Ich möchte meine PDFs lieber mit einem professionellen Satzprogramm erstellen, als das von einem Schreibprogramm erledigen zu lassen.
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- Alle Vorlagen können beliebig geändert werden
- Auch können HTML- oder TEX-Schnipsel dem zu konvertierenden Markdown-Text vorangestellt (Header) oder hinten dran gehangen werden (Footer) oder mit LUA neue Filter erstellt werden. Dadurch ist Pandoc sehr mächtig und flexibel!
Von mir verwendete Markdown-Tools
- ReText (Linux, pip)
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Ein Markdown-Editor. Ich mag das sich das bei Bedarf zuschaltbare
Vorschaufenster synchron zum Quelltextfenster bewegt. Und
natürlich bleiben alle Dateien auf meinem Computer. Aber DAS
Killer-Feature für mich ist, das ich eigene Export-Anweisungen
einfügen kann, in dem eine "Desktop-Datei" im Ordner
"export-extensions" angelegt wird (unter Debian wäre
das beispielsweise in
"~/.local/share/retext/export-extensions"). Diese
stehen dann nach einem Neustart von ReText im Menü
"Exportieren" zur Verfügung. So kann ich pandoc sehr
genaue Anweisungen geben. Hier eine Beispiel-Desktop-Datei, die
eine eigene Vorlage einbindet:
[Desktop Entry]
Name=Export to pandoc-minimal-html
Name[de]=Exportieren nach pandoc-minimal-html
Exec=/usr/bin/pandoc -s %of %if --template=blank.html
X-ReText-FileFilter=HTML Files (*.html)
X-ReText-DefaultExtension=.html
- Manuskript (Linux, Windows, MacOS)
- Ein Autorentool für fiktives schreiben. Mit Charaktererstellung, Handlungssträngen, Zeitleiste und Outliner-Gliederung. Im- und Export von DOCX-Dateien. Alle Dateien bleiben auf meinem Computer. Ein gutes Werkzeug um einen Roman zu schreiben.
- Zettlr (Linux, Windows, MacOS)
- Ein Autorentool für wissenschaftliches Schreiben. Mit Referenzmanager (Zotero, JabRef, Juris-M). Kann Luhmanns Zettelkasten* umsetzen. Im- und Export von DOCX-Dateien. Alle Dateien bleiben auf meinem Computer. Ein gutes Werkzeug um eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben.
- Obsidian (Linux, Windows, MacOS, IOS, Android)
- Zur Erstellung und Organisation von Notizen im Markdown-Format. Kann Luhmanns Zettelkasten* umsetzen. Alle Dateien bleiben auf meinem Computer. Ein gutes Werkzeug um seine Notizen zu verlinken.
*Ich habe meinen Zettelkasten so organisiert, das er als lokaler Ordner sowohl mit Zettlr als auch mit Obisdian genutzt und bearbeitet werden kann.